Wasserwissen: Ruhr verstehen!

Geschichte des Flussbadens

Foto: Ruhrverband

Schon immer zog es die Menschen zum Wasser. Die Flüsse dienten ihnen nicht nur als Trinkwasserquelle, sondern auch als Bade- und Waschgelegenheit. Im 17. und 18. Jahrhundert dann geriet das Baden im Flusswasser in Verruf. Man vermutete damals, dass Wasser Krankheiten und Keime übertrug und für die Ausbreitung von Seuchen verantwortlich war. Außerdem wurde das Baden von der Kirche als Laster und Sünde deklariert, da es mit Nacktheit verbunden war. Daraus ergab sich, dass die Adligen zu dieser Zeit mit Vorliebe Parfum verwendeten, um unangenehmen Körpergeruch zu überdecken. Die Aufklärung brachte eine Veränderung dieser Sichtweise mit sich und so wurde das Baden im Fluss nach und nach immer populärer. 1761 wurde das erste Badeschiff der Geschichte erbaut, das das Baden auf der Seine möglich machte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden vermehrt Flussbadeanstalten, denn das direkte Baden im Fluss kam in Mode.

Auch in Deutschland erfreute sich das traditionelle Flussbaden großer Beliebtheit. So wurde 1773 das erste deutsche Badeschiff auf dem Main eröffnet. Eine Vielzahl von Flussbädern folgte. Dort badete man oftmals noch getrennt nach Geschlechtern oder auch Klassen in einer Art Korb, der in den Fluss eingelassen und mit Hilfe von Ketten am Ufer befestigt wurde. Da der Großteil der Menschen damals nicht schwimmen konnte, bestand die Gefahr des Ertrinkens. In Berlin gründete der preußische General Ernst von Pfuel 1817 eine Militärunterrichts- und Schwimmanstalt, in der er jungen Berlinern das Schwimmen beibrachte. Von Pfuel gilt außerdem als offizieller Erfinder des Brustschwimmens. Er leitete diesen Schwimmstil von Beobachtungen des Frosches ab und sorgte in seinem Flussbad für die Verbreitung.

Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte die Flussbadekultur ihren Höhepunkt in Deutschland und es gab eine Vielzahl von Badeschiffen und –anstalten. Rundherum wurden Restaurants eröffnet sowie Umkleiden und Stege gebaut. Viele Besucher empfanden die hygienischen Zustände jedoch als schlecht und beschwerten sich etwa über Essensreste im Wasser, so dass das Flussbaden seine Attraktivität verlor. Zudem verschlechterte sich durch die wachsenden Städte und die zunehmende Industrialisierung die Wasserqualität der Flüsse enorm. Sie wurden hauptsächlich rein praktisch als Entsorgungsmedium oder Transportweg betrachtet und genutzt. Dies führte dazu, dass die Bäder geschlossen wurden und die Tradition des Flussbadens in Vergessenheit geriet. Die Flüsse verschwanden außerdem durch Hafengebiete und Autobahntrassen aus dem Sichtfeld und Bewusstsein der Städte.

Mit dem zunehmendem Umweltbewusstsein und der daraus hervorgehenden Liebe zur Natur werden die Flüsse wieder als Anker von Lebensqualität gesehen. Der Wunsch die Flussbadetradition und die Nähe zu den Fließgewässern wieder in vollem Maße ausschöpfen zu können ist groß. Zahlreiche Initiativen und Projekte lenken darüber hinaus die Aufmerksamkeit auf den Gewässerschutz, so dass hoffentlich in Zukunft das Flussbaden keine in Vergessenheit geratene Tradition sondern Teil der aktiven Freizeitgestaltung wird.

Foto: Ruhrverband

Schon immer zog es die Menschen zum Wasser. Die Flüsse dienten ihnen nicht nur als Trinkwasserquelle, sondern auch als Bade- und Waschgelegenheit. Im 17. und 18. Jahrhundert dann geriet das Baden im Flusswasser in Verruf. Man vermutete damals, dass Wasser Krankheiten und Keime übertrug und für die Ausbreitung von Seuchen verantwortlich war. Außerdem wurde das Baden von der Kirche als Laster und Sünde deklariert, da es mit Nacktheit verbunden war. Daraus ergab sich, dass die Adligen zu dieser Zeit mit Vorliebe Parfum verwendeten, um unangenehmen Körpergeruch zu überdecken. Die Aufklärung brachte eine Veränderung dieser Sichtweise mit sich und so wurde das Baden im Fluss nach und nach immer populärer. 1761 wurde das erste Badeschiff der Geschichte erbaut, das das Baden auf der Seine möglich machte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden vermehrt Flussbadeanstalten, denn das direkte Baden im Fluss kam in Mode.

Auch in Deutschland erfreute sich das traditionelle Flussbaden großer Beliebtheit. So wurde 1773 das erste deutsche Badeschiff auf dem Main eröffnet. Eine Vielzahl von Flussbädern folgte. Dort badete man oftmals noch getrennt nach Geschlechtern oder auch Klassen in einer Art Korb, der in den Fluss eingelassen und mit Hilfe von Ketten am Ufer befestigt wurde. Da der Großteil der Menschen damals nicht schwimmen konnte, bestand die Gefahr des Ertrinkens. In Berlin gründete der preußische General Ernst von Pfuel 1817 eine Militärunterrichts- und Schwimmanstalt, in der er jungen Berlinern das Schwimmen beibrachte. Von Pfuel gilt außerdem als offizieller Erfinder des Brustschwimmens. Er leitete diesen Schwimmstil von Beobachtungen des Frosches ab und sorgte in seinem Flussbad für die Verbreitung.

Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte die Flussbadekultur ihren Höhepunkt in Deutschland und es gab eine Vielzahl von Badeschiffen und –anstalten. Rundherum wurden Restaurants eröffnet sowie Umkleiden und Stege gebaut. Viele Besucher empfanden die hygienischen Zustände jedoch als schlecht und beschwerten sich etwa über Essensreste im Wasser, so dass das Flussbaden seine Attraktivität verlor. Zudem verschlechterte sich durch die wachsenden Städte und die zunehmende Industrialisierung die Wasserqualität der Flüsse enorm. Sie wurden hauptsächlich rein praktisch als Entsorgungsmedium oder Transportweg betrachtet und genutzt. Dies führte dazu, dass die Bäder geschlossen wurden und die Tradition des Flussbadens in Vergessenheit geriet. Die Flüsse verschwanden außerdem durch Hafengebiete und Autobahntrassen aus dem Sichtfeld und Bewusstsein der Städte.

Mit dem zunehmendem Umweltbewusstsein und der daraus hervorgehenden Liebe zur Natur werden die Flüsse wieder als Anker von Lebensqualität gesehen. Der Wunsch die Flussbadetradition und die Nähe zu den Fließgewässern wieder in vollem Maße ausschöpfen zu können ist groß. Zahlreiche Initiativen und Projekte lenken darüber hinaus die Aufmerksamkeit auf den Gewässerschutz, so dass hoffentlich in Zukunft das Flussbaden keine in Vergessenheit geratene Tradition sondern Teil der aktiven Freizeitgestaltung wird.